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Israel 2010

Für Bernhard Radlinger, Martin Farnik und mich (Stefanie Gaßner) hieß es am 07.08.2010 „Ab nach Israel!“ Dort haben wir die nächsten 17 Tage verbracht. Wir flogen am Abend weg, zuerst nach Istanbul, wo wir schon unsere ersten Kollegen aus dem Kosovo und Kroatien getroffen haben, dann kamen wir um 2 Uhr morgens in Tel Aviv an, wo uns die Leiter des Short Courses mit offenen Armen empfingen. Wir haben dort auf die anderen Teilnehmer gewartet, bis wir um 10 Uhr losfuhren – direkt ins 5 Stunden entfernte Beduinenlager mitten in der Wüste (nach einem kurzen Zwischenstopp bei Ben Gurions Grab). Der Hitzeschock war schon bei der ersten Pause groß – man konnte bei 50 Grad im Schatten kaum atmen. Aber immerhin schwitzten wir nicht bei der geringen Luftfeuchtigkeit.  Im Beduinenzelt angekommen, machten wir beim abendlichen Kamelritt durch die Wüste erste Fotos und gingen nach gemütlichem Zusammensein beim Lagerfeuer trotz Schlafmangels spät ins Bett.

Am nächsten Morgen fuhren wir gleich ins Kibbuz Ketura, wo wir eine ganze Woche verbrachten. Für jene, die es nicht wissen: Ein Kibbuz ist eine ländliche Kollektivsiedlung in Israel mit gemeinsamem Eigentum und basisdemokratischen Strukturen. Die Ausflüge waren immer spannend: eine interkulturelle Wüsten-Radtour über Sand und Stein um 5 Uhr in der Früh, Hai Bar Nature Reserve, Kasui Dunes, Sternschnuppen-Schau-Event im Timna Park, tägliches Schwimmen und Hahnenkampfspielen im Pool, abendliche Barbecues am Pool und noch viel mehr. Ein ganz besonderes Highlight war der internationale Abend, an dem jeder sein Land präsentiert hat. Wir Österreicher haben Kaiserschmarren gemacht, Wissenswertes erzählt und außerdem habe ich mit einem sehr netten Ungarn einen Wiener Walzer getanzt. Unser argentinischer Reiseleiter MARCELO, der im Kibbuz lebt, ist auch wert, hier erwähnt zu werden. Er hat die seltene Gabe, in Menschen durch seine emotionsgeladene Ausdrucksweise und Gestik Interesse für unwichtig scheinende Dinge zu erwecken.

Mit ein wenig Traurigkeit verließen wir am 18.08.2010 das Kibbuz in Richtung Eilat. Dort erwarteten uns häufige Ausflüge zum Schnorcheln im strahlenden Roten Meer – vor allem das nächtliche Schnorcheln war aufregend für uns.


Am 20.08. trieb es uns nach Jerusalem, wo wir zuerst ein von Israelis und Palästinensern gemeinsam bewohntes Dorf besuchten. Das Highlight unseres 3-tägigen Jerusalem-Aufenthalts war bestimmt die sehr lange Stadtführung, die trotz aller Anstrengungen ein einmaliges Erlebnis war. Nach einem Besuch im Außenministerium ging es schließlich nach Tel Aviv – unserer letzten Station, wo wir bei einem Restaurantbesuch letzte Fotos gemacht haben. Die abschließende Aktivität war auch wundervoll: In einem halbdunklen Raum mit Teelichtern und relaxender Musik bekamen wir die Möglichkeit, besonderen Menschen ein Briefchen zu schreiben. Die Briefchen, die ich bekam, habe ich zu Hause schön dekoriert in eine Mappe gegeben.


Am 24.08.2010 kam die Abreise, die wir so sehr gefürchtet hatten. Sie verlief sehr emotional, nicht einmal die Augen des männlichsten Mannes blieben trocken.


Diese unvergesslichen 17 Tage werden mir immer in guter Erinnerung bleiben… Junge, engagierte Menschen aus der ganzen Welt, die gemeinsam ein fremdes Land entdecken. Israelis und Palästinenser, die friedlich in einem Zimmer leben. Eine Gruppe, in der sich jeder mit jedem versteht. Was kann man sich Schöneres vorstellen? Der Workshop basierte auf nachhaltiger Entwicklung, Umweltschutz und internationalem Verständnis …


Einige haben sich verliebt (manche glücklich, manche unglücklich) und auch innige Freundschaften haben sich entwickelt. Ich werde bald Besuch aus Israel bekommen und war in den zwei Wochen nach der Heimkunft schon zweimal in Ungarn…und bestimmt noch sehr oft.


Wir haben auch die Schönheit und Geheimnisse dieses Landes, das in den Medien als gefährlich, unsicher und terroristisch dargestellt wird, und seine atemberaubende Wüste kennengelernt.

2010 © Stephanie Gaßner