Joomla TemplatesBest Web HostingBest Joomla Hosting

Erfahrungen

Verena Bachl (UWC Mostar 2009 – 2011)

Zwei Jahre sind nun schon vergangen, seitdem ich mich für die United World Colleges beworben habe und dieses unglaubliche Stipendium für Mostar erhalten habe. Nun bin ich wieder in Österreich und bereite mich für meine nächste große Reise vor: ein Studium in Kanada, welches mir durch das UWC erst ermöglicht wurde.


Die Zeit, die ich in Bosnien und Herzegovina (BiH) verbracht habe war sehr intensiv und hat mich viel gelehrt. Ich hatte die Chance junge, begabte Menschen aus der ganzen Welt kennen zu lernen und mit ihnen auch ihr Land, ihre Religion und ihre Bräuche. War Geographie zuvor nicht mein stärkstes Fach, kann ich nun mit vielen der Länder den Namen eines Freundes assoziieren. Aber auch über Österreich habe ich einiges gelernt (vor allem über die österreichische Küche) und mir endlich ein Dirndl besorgt, damit ich mein Heimatland angemessen repräsentieren kann.


Einer meiner größten Beweggründe sich an einem UWC zu bewerben, war die Herausforderung und diese habe ich am UWC in Mostar definitiv gefunden, auch wenn ich zugeben muss, dass mir schon etwas mulmig zumute war als ich über den noch immer andauernden, wenn auch jetzt eher ruhigen Konflikt, in BiH erfuhr. Doch wurde mir schnell klar, dass dieses UWC genau das Richtige für mich ist. Vor allem um ein besseres Verständnis für die Wurzeln eines Konflikts zu erhalten, dessen Auswirkungen aber auch über die verschiedenen Möglichkeiten mit ihm umzugehen. Das Land, in dem "mein" UWC situiert ist, hat noch viel mit den Folgen des Bosnien Krieges zu kämpfen. Der Konflikt zwischen den verschiedenen Ethnien ist vor allem in Mostar ein Thema von höchster Aktualität. Einzigartig ist das UWCiM schon allein dadurch, dass die Angehörigen aller drei Ethnien denselben Unterricht besuchen, im Gegensatz zu den geteilten Schulen, die in BiH vorherrschen.


Das CAS (Creativity Action Service) Programm an den UWCs war für mich eines der Bereiche, von dem ich am meisten profitieren konnte. Für uns ist es sehr wichtig einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf unsere Umgebung von BiH zu haben, weshalb auch unsere CAS danach ausgerichtet sind. Wir besuchen regelmäßig ein Flüchtlingslager, arbeiten mit der benachteiligten Roma- Bevölkerung, organisieren Events zur Völkerverständigung, etc. Die Schule bietet einem auch eine Plattform, seine eigenen Interessen zu erkunden, weshalb ich beschloss eine Amnesty International Gruppe ins Leben zu rufen und Mediation (Konfliktbewältigung) gemeinsam mit meinen Mitschülern zu erarbeiten. Diese Erfahrungen haben mich sehr geprägt und waren eine der wertvollsten, die ich aus der Zeit am UWC mitnehmen konnte.


Toleranz gegenüber dem Mitmenschen und Verständnis für die verschiedensten Kulturen, die an einem UWC zusammentreffen, sind nicht nur in unserem Leitsatz verankert, sondern werden auch an unseren Schulen aktiv gelebt. Ich empfinde es heute noch als ein faszinierendes Paradebeispiel, dass friedvolles Zusammenleben möglich ist.

Felix Butschek (UWC in Kanada, 2009-2011)

Auf meinem nachmittäglichen Schulweg durch den nie endenden Herbstregen überfällt mich mein House Buddy, eine Englischlehrerin, die am Campus lebt. Am Vorabend habe ich ihre Küche für die Zubereitung eines italienischen Abendessens für meine Room Mates Alistair aus Kanada, Abdullah aus dem Irak und Enrique aus Guatemala missbraucht. Sie lobt mich für die Reste, die sie gerade zum Mittagessen verspeist hat, und schlägt mir gleich ein gemeinsames Kochen vor.

Nach zwei weiteren Wochen geschmacklosen Caf-Essens komme ich nur zu gerne auf ihr Angebot zurück. Wir entscheiden uns für einen Pasta-Abend mit Arbeitsteilung - jeder eine Sauce.

Freitag abends kochen wir dann gemeinsam mit ihrer Partnerin, ihrer Tochter und meinen Freunden aus Marokko, Malaysia und Singapur: Der Vielfalt wegen ist eine der drei Saucen vegetarisch und zwei davon sind für Muslime. Im Genuss schwelgend erzählen alle von Gerichten aus ihrer Heimat und in uns erwacht Reiselust, oder eher der Wunsch, mehr ferne Orte und Kulturen kennen zu lernen, wo wir doch alle schon im Ausland sind.

Und so bringt jeder Abend eine neue Erfahrung, die mir die Sichtweisen anderer Kulturen öffnet und verständlich macht, oder auch nur ein bisschen Heimat wie eine Blüte im regnerischen Herbst aufblühen lässt. Und wenn ein intensives Sozialleben auch wertvolle Stunden Schlaf kostet und man bis spät in die Nacht bei seinen Hausaufgaben sitzt, so wird das alles zum Alltag, der Grenzen verschwinden lässt und das "UWC Erlebnis" prägt.

Rebecca Trattnig (UWC in den USA, 2008-2010)

Jänner/Februar 2009: Nach fast fünf Monaten hier am College und unzähligen Versuchen, es Leuten verständlich zu machen, weiß ich immer noch nicht, wie ich meine Erfahrungen hier beschreiben soll. Ich erinnere mich noch sehr klar daran, dass meine Alumni immer das Wort "intensiv" verwendeten, wenn sie gefragt wurden, wie sie ihre Erlebnisse in ihrer UWC Zeit beschreiben würden. Ich weiß noch, wie ich es amüsant fand, als würde ihnen gerade nichts Besseres einfallen. Doch schon nach einem Semester hier kann ich verstehen, dass es wirklich ein sehr passendes Wort ist, mit dem man die Zeit beschreiben kann.

Alles ist einfach so viel besser als ich es mir erträumt hatte. Die internationale Schülergemeinschaft ist genau das, wovon ich geträumt habe. Ich bin viel offener seit ich hier bin, kenne Weltansichten und Meinungen, die mir zuhause in Österreich nie zu Ohren gekommen wären. Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl und definitiv ein Erlebnis fürs Leben, wenn man von solcher Vielfalt von Kulturen umgeben ist. Auch hat man größeres Interesse an der Welt im Allgemeinen, da Nachrichten aus anderen Ländern sich in meinem Kopf mit den Schülern hier verbinden, die aus diesem Land kommen. Es ist eine andere Dimension, sozusagen. Ich erfahre Neuigkeiten aus aller Welt aus erster Hand. Ich kenne Schüler aus Costa Rica, die mir Neuigkeiten nach dem Erdbeben geben konnten, ich kenne Palästinenser, die ich aus erster Hand befragen kann, was los ist. Und wenn ich dann ins Zimmer nebenan gehe, habe ich die Chance die israelische Seite des Konflikts erklärt zu bekommen.

Die Möglichkeiten, die ich hier habe, hätte ich sonst nirgendwo. Ich bin so froh, dass ich die Chance ergriffen habe und mich beim Österreichischen Komitee beworben habe.

Wenn ich daran denke, dass ich letztes Jahr um diese Zeit darum gefiebert habe, ob ich zum Auswahlwochenende eingeladen bin, bemerke ich ein Grinsen auf meinem Gesicht. Ich hätte mir nie gedacht, dass alles so kommen wird und ich hier die beste Zeit meines Lebens haben werde. Das Leben am UWC ist zweifellos das Beste, das mir passiert ist.

Marie Schleef (UWC in Swaziland, 2008-2010)

Sawubona ("Hallo" in Siswati)!

Mir geht es hier in Waterford einfach gut. Die Schule hat seit 3 Wochen begonnen und es kommt mir jetzt schon wie Monate vor - die Zeit vergeht hier viel zu schnell.

Zum College muss ich sagen, dass Waterford alle meine Erwartungen deutlich übertroffen hat. Sicherlich ist dieses College anders als die meisten. Wir haben hier 500 Schüler, wovon 200 IBs (Schüler des International Baccalaureates) sind und der Rest "form students", die das IGCSE Programm studieren. Von den 200 IBs sind sicherlich 40% ehemalige Schüler oder Externe, 30% Tagesschüler und der Rest sind Schüler, die von Nationalen Komitees aus aller Welt hierher geschickt wurden.

Man lebt hier wirklich in Afrika. Swaziland, das Land, in dem die HIV-Rate momentan die höchste der Welt ist. Man bekommt das alles mit. Das College ist keine Blase, die von der Außenwelt abgeschirmt ist, sondern eher ein Mittelpunkt für die Bevölkerung. Schon am zweiten Tag hier hielt ich ein Waisenbaby in meinem Arm, womit ich sicherlich nicht gerechnet hatte. Aber das entspricht einfach der Swazi Realität. Es gibt hier einfach viele Möglichkeiten für Community Service.

Ich bin hier sehr glücklich!

Stephan Grabner (UWC in den USA, 2007-2009)

Mitte August kam ich als einer der ersten neuen Schüler im UWC USA an. Obwohl es drei Uhr in der Früh war, waren viele meiner neuen Mitschüler noch wach und haben mich unglaublich freundlich empfangen. Sie zeigten mir gleich die gesamte Campusanlage und eskortierten mich zu meinem neuen Zimmer. Der Korridor war tapeziert mit Willkommensgrüßen für die neuen Schüler. An jeden Einzelnen waren ca. 20 Schilder adressiert mit Willkommensgrüßen und Einladungen, bei jedem Problem seine „neue Familie" zu konsultieren. Die folgenden Tage waren eine besondere Erfahrung. Es war kein offizielles Programm vorgesehen und so saßen wir alle zusammen. Wir hatten genug Zeit für Gespräche und zum Schließen erster Freundschaften. Noch heute zählen diese Mitschüler, die ich in der ersten Zeit näher kennen lernte, zum Kreis meiner engsten Freunde. Nach der ersten Ankommensphase folgte unser „Orientation- Programm". Während dieser Zeit unternahmen wir unsere ersten Ausflüge: Wandern, Kanu fahren, highropes und vieles mehr belebte nun meinen neuen Alltag. Es waren abenteuerliche Unternehmungen, die uns alle zusammenschweißten.

Allzu bald begann der Unterricht mit all den Classes, CAS (Creativity, Action und Service-Programm) und ersten Vorbereitungen für den END (European International Day). Noch immer war jeder Tag ein besonderes Erlebnis. Ein jeder war erfüllt mit neuen Ereignissen, Events oder anderen aufregenden Dingen, die an einer Schule mit einer großen Gemeinschaft an Jugendlichen nicht ausbleiben. Der END war ein voller Erfolg mit einer großartigen Show. Wir hatten sogar einen Schuhplattler im Programm. Vorbereitungen, Proben und Performance hat uns allen sehr viel Spaß bereitet.

Viel zu schnell standen die Weihnachtsferien vor der Tür. Wie ich, wollte ein Großteil meiner Mitschüler den Campus nicht verlassen. Das erste Abschiednehmen war traurig. Eine Trennung von drei Wochen mag für einen Außenstehenden sehr kurz klingen, aber bereits seit dem ersten Ferientag vermisse ich meine Schule und Freunde. Das erste Semester ist rasend schnell vergangen. Doch auch jetzt in den Ferien geht das UWC-Leben für mich weiter, da ich diese in Vancouver bei der Familie einer meiner Mitschüler verbringen darf. Die Gastfreundschaft, die sie mir entgegenbringt, ist bemerkenswert.

Bei all den Aktivitäten, Events und dem Schulleben in einem Semester ist es schwer, alles zusammenzufassen. Selbst eine Zusammenfassung wird wohl im Buchumfang ausfallen.

Lena Butschek (UWC in Indien, 2007-2009)

Acht Gabeln fahren gierig in den dampfenden Topf; Masala-Noodles-Aroma steigt in die Luft. Vier Wochen reichen jedem patriotischen oder internationalen Feinschmecker, um eine tiefe Abneignung gegenueber dem ewig gleichen, fetttriefenden Caf-Food, und zugleich einen Mordshunger zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit, zu entwickeln.

Und so sitzt ein bunter Haufen Maedls zur spaeten Abendstunde im Mosquitogeschwirr und gibt sich dem, im holden Vaterland noch verschmaehten, Genuss von Instant Nudeln, purer Erdnussbutter und Schokokeksen mit Nutella hin.

Wohlverdient - die Verteidigung, die wir bei jedem verstaendnislosen Kopfschuetteln sogleich parat haben - wohlverdient, war der hinter uns liegende Tag doch gesaeumt von Schule am Vormittag, einem Triveni Workshop, Tutor- & Collegemeetings am Nachmittag, und zwischendurch von Klassischem Indischen Tanz, Trommeln, Schwimmen, Cage-Football, Cricket oder aehnlichem. Nebenbei gibt es dann natuerlich auch noch Hausuebungen, die uebers Wochenende, das wir off-campus verbrachten, liegen geblieben sind, den ueblichen Freizeitstress und das leidige Schlafproblem (WANN?).

Kann also noch irgendjemand behaupten, unsere Junk-Food-Orgien waeren nicht gerechtfertigt? Und so kommen wir zurueck auf den bunten Haufen Maedls, der in grosser Selbstverstaendlichkeit miteinander  geniesst und teilt, die Freude am Zusammensein und auch am Essen.

Bei meiner Ankunft hier am MUWCI konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir uns jemals so nahe kommen wuerden. Ich stellte mich als Lena aus Oesterreich vor, Flora aus Malaysia, Amanda aus den US, Rifaiyat aus Bangladesh und Katrina aus Neuseeland, meine Roomies, waren Namen mit Nationalitaetenanhang, ein Klischee, fremd und fern.

Jetzt weiss ich aber, dass vier Wochen ein Leben auf den Kopf stellen und von Grund auf aendern koennen: Durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse, die wir schon jetzt miteinander teilen, sind wir einander vertraut geworden. Jeder bringt einen anderen HIntergund, manche ein schweres Packerl am Ruecken, mit; das alles ist jedoch nicht von Bedeutung:

Es geht nur um dich, um deine Offenheit, deine Motivation und Begeisterung, Spontanitaet und Toleranz, und jede kulturelle Schranke schmilzt dahin...

Christoph Niederhauser (UWC in Kanada, 2006-2008)

Gerademal ein paar Monate, seitdem ich meine zwei magischen Jahre am Pearson College, dem UWC in Kanada, verbracht habe und schon fühle ich mich wie von einem wunderbaren Traum erwacht. Revue passierend stelle ich mit einem Lächeln fest: der Traum war komischerweise echt.

Ich bewarb mich damals vor zwei Jahren beim UWC Absolventenverband. Einer der Briefe, die an meine alte Schule, die HLT (Höhere Lehranstalt für Tourismus) in Bad Leonfelden, Oberösterreich, verschickt worden waren, wurde von unserem Klassenvorstand der Klasse vorgelesen. „Zwei Jahre auf einem der 12 UWC mit Schülern aus aller Welt zu verbringen, die zusammen verschiedene Ideale verfolgen und in Frieden miteinander leben und lernen“, so hieß es ... Die meisten meiner Mitschüler, verschreckt von zwei Jahre weg von zuhause, schenkten dem kein Gehör und die Unterrichtsstunde begann. Ich allerdings dachte mir, das könnte tatsächlich das sein, wonach ich im Leben suchte ... die Magie, die das Leben erst lebendig machte. Ich und zwei andere aus meiner Klasse waren interessiert und wollten mehr darüber wissen.

Voller Euphorie entdeckte ich auf der UWC Homepage, dass es tatsächlich mehr als nur ein Schüleraustausch war. Viel mehr! Nach langem Recherchieren auf Webseiten und Foren verbanden sich plötzlich die verschiedensten Attribute mit dem UWC; vom Lehrplan, dem I.B. (International Baccalaureate, ein zweijähriges, international anerkanntes Matura-ähnliches Programm), den Schülern aus den verschiedensten Nationen der Welt, den verschiedenen Idealen (z.B. Frieden durch kulturelles Verständnis) bis hin zu Kommentaren von Alumni bezüglich ihrer UWC Erfahrung, die in ziemlich allen Fällen lautete: "Das waren die zwei besten Jahre meines Lebens."

Besonders am UWC fand ich zu dem Zeitpunkt, dass jeder Schüler die Möglichkeit hatte, sich zu bewerben, unabhängig vom Schulerfolg oder finanziellen Mitteln. Jeder UWC Schüler wird von einem nationalen Komitee ausgewählt, und jedes Land hat dementsprechend seine eigenen Kriterien, meist auf Persönlichkeiten der Bewerber bezogen. So bewarb ich mich beim österreichischen Komitee und wurde ausgewählt, um nach Pearson College, dem UWC im Westen Kanadas zu gehen. Fünf weitere Bewerber gingen an ein UWC in Indien, den USA, Italien und Hong Kong. Welch bittersüße Verkündung, dachte ich mir zuerst. Einerseits hatte ich das Privileg, an ein UWC zu gehen - was auch immer mich da erwarten würde - und andererseits musste ich meine Familie und meine Freunde für ganze zwei Jahre zurücklassen. Wie sollte ich mich darüber letztendlich fühlen? Ich war von Fragen wie dieser mit der Zeit besessen, und am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als einfach abzuwarten.

Die Sommertage zogen an mir vorbei und es war bald Zeit, wegzufliegen. Ich fand mich langsam damit ab, die Welt, die mir bekannt war, für eine Weile zu verlassen und eine neue kennenzulernen. Ich erinnere mich genau, dass ich tagträumerisch aus dem Fenster meiner Wohnung schaute, auf die Hecke im Garten starrte, während Euphorie und zugleich Fassungslosigkeit in mir quirlten und sich dutzend neugierige Fragezeichen auf dem Grün der Hecke häuften. Angekommen in einer neuen Welt, die für jeden anderen ebenso neu war, staunte ich über all das, das mir widerfahren war. Ich lernte und lebte mit zweihundert Menschen aus aller Welt (in meinem zweiten Jahr sogar aus 100 Nationen) zusammen. Jeder von uns hatte eine andere Haut- und Haarfarbe, eine andere Religion, andere Ansichten und vor allem eine andere Persönlichkeit.

In Pearson College wohnt man zudem in 5 Häusern, je mit 40 Schülern in einem Haus, in dessen Zimmern wiederum je 4 Schüler miteinander leben. Wenn jeder so anders ist als der andere, wie sollte man dann miteinander auskommen können, geschweige denn in Frieden miteinander leben können, mag man sich vielleicht wundern. Wie schaffe ich es zum Beispiel, um 11 Uhr am Abend einzuschlafen, wo mein Roomie (=Zimmergenosse) immer dann schlafen geht, wenn die Sonne aufgeht? (Es war tatsächlich so!) Wie vermag es der Palästinenser, mit dem Israeli ein ganzes Jahr lang ein Zimmer zu teilen? Wie schaffen es zweihundert Schüler verschiedenster Meinungen, sich auf irgendetwas zu einigen? Wie verfolgt man Ideale, wenn die Ideale bei jedem anders aussehen?

Man sieht, man ist ständig und alltäglich in Herausforderungen verschiedenster Art involviert. Gerade diese Herausforderungen symbolisieren die Realität des Lebens. Das Besondere für mich am UWC ist, dass man zusammen versucht, Probleme, Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten anzugehen. Jede Person, ob Schüler oder Lehrer, hat eine gleichwertige Stimme und ein Recht auf seine Meinung. Jede Stimme wird angehört und in Betracht gezogen. Es ist an einem UWC gar nicht so unüblich, dass man am Ende des Tages gar nicht mehr die eigene Meinung vertritt, oder gar unterstützt, hört man dem anderen zu. Die Wahrheit - so sagte Nietzsche - wird oft von einer Perspektive, wie auf ein Gemälde blickend, betrachtet. Um die Wahrheit betrachten zu können, muss man sie allerdings wie eine Skulptur ansehen - um sie herumgehend, von verschiedenen Winkeln. Ich denke, am UWC entdecken Schüler gerade diese verschiedenen Perspektiven der Wahrheit und schaffen es letztendlich, Konflikte miteinander zu lösen. Mir ist mit der Zeit klargeworden, dass Auseinandersetzungen nicht dazu dienen, Konflikte zu schaffen, sondern, Frieden und Einsicht zu erringen.

Ich glaube, meine Erfahrungen dieser zwei Jahre in einem Bericht wiederzugeben, ist unmöglich. Man muss selbst das UWC Erlebnis gehabt haben, um zu verstehen, wie magisch ein UWC sein kann. Die Anzahl der Überraschungen, bizarren Momente, Einsichten und Erlebnisse sind unendlich, und sehen auch in jedem UWC anders aus. Aber eines gilt für jedes UWC Erlebnis gleichermaßen: es verändert Leben!

So eine Erfahrung ist wahrhaftig unvergleichlich und einzigartig. Ich bin es nach den zwei Jahren schon so gewöhnt, Pearson College als mein eigentliches 'zu Hause' anzusehen, um 3 Uhr in der Früh mit irgendwelchen Leuten noch Unterhaltungen zu haben, ohne Angst oder Zweifel, "ich selbst" sein zu können, wissend, dass man immer noch geliebt und akzeptiert wird, oder so viel Vertrauen in Personen zu stecken, die man eigentlich erst seit knapp 2 Jahren kennt, dass es einem unheimlich erscheinen sollte, was es aber nicht tut...

Nicht mehr in der zauberhaften Fabelwelt eines verwunschenen Waldes zu leben, wird mir auf jeden Fall fehlen (das tut es ja jetzt schon). Aber umso mehr ermöglichen mir diese vergangenen und besonderen zwei Jahre, meine Erfahrungen an die Welt weiter zu strahlen. Wenn ich einen Satz über meine UWC Erfahrung sagen soll: Es waren, wahrlich, die besten zwei Jahre meines Lebens!

Übrigens, rückblickend kann ich sagen, man lässt nie wirklich etwas, oder jemanden, zurück. Nie...

PS: Hier ein paar Gedanken zu verschiedenen Momenten und Erinnerungen an meine UWC Erfahrung: Mit Teddybärschuhen und in Pyjamas in den Unterricht kommen, wissend, dass andere das auch machen. Mitten in der Nacht andere über Tiergeräusche in anderen Sprachen fragen (ein Huhn auf Khmer macht "Eeeee Tikki Tikki Tikki... Bukaaa!"). Peinlichst herausfinden, dass ein Land namens Bhutan existiert, und andererseits genervt am ersten Tag erklären, dass Austria nicht Australien ist und es keine Kängurus gibt. Mit einem Lehrer über Liebes- (und andere) probleme reden und bei ihm/ihr am Wochenende übernachten. Erstaunt am Tisch zu Mittag sitzen und feststellen, dass es mehr als drei verschiedene Arten gibt, Bananen aufzumachen. Andere zu befragen, auf welche Art sie mit den Fingern zählen (Leute aus Nepal zählen je Hand bis zu 12!). Das schöne Gefühl, immer in den Arm genommen zu werden, vor allem, wenn es einem schlecht geht. Bei einem afrikanischen Tanz spontan mitmachen und auf einmal, Wochen später, auf der Bühne zu stehen und jenen Tanz in einer Show zu präsentieren. Andere Leute in der Gemeinde auf irgendeine Weise zu unterstützen, und mitzubekommen, wie viel es ihnen bedeutet. Unbegreiflich verwirrt sein, warum in so kurzer Zeit so vieles so intensiv passiert, dass man einerseits in Tränen ausbrechen könnte und andererseits aber unglaubliche Freude hat. Nach den zwei Jahren mit einem Lächeln feststellen, dass man mit einzigartigen Menschen, die man nie vergisst, Magie ins Leben gefunkt hat.

Melanie Herbst (UWC in Italien, 2006-2008)

Als ich an dieses College kam, war ich voller großer Erwartungen und Hoffnungen für das, was in den nächsten 2 Jahren vor mir liegen würde. Ich war gespannt auf das, was alle eine Erfahrung nannten, die die beste Zeit meines Lebens werden würde. Nachdem meine Zeit im UWCAD bald vorbei ist, muss ich sagen, dass alles, was ich im College gelernt und erlebt habe, mich sehr beeinflusst hat und man wirklich ohne Übertreibung sagen kann: es waren bisher die zwei besten Jahre in meinem Leben!

Was genau das besondere an der Schule ist und was mich so stark beeinflusst hat, ist schwer zu definieren, die einfachste Antwort wäre: Alles. Das Leben hier war nicht immer einfach, vor allem im ersten Jahr gab es viele „ups and downs", aber man lernt daraus. Man lernt durch die Begegnungen und Diskussionen mit so vielen verschieden Personen, durch schlaflose Nächte, in denen man zusammen mit Freunden versucht hat, gleichzeitig ein Maths und ein Economics Internal Assessment und einen History Essay zu schreiben, weil man es irgendwie verabsäumt hat, es früher zu machen, und dadurch, dass man in einem anderen Land wohnt, mit einer anderen Kultur und Sprache (Italiener sprechen meistens kein Englisch, und es ist eine Herausforderung, im Labyrinth von Venedig zum Treffpunkt zu gelangen, wenn man keine Karten lesen kann!).

Durch das Social Service und die anderen Activities habe ich die italienische Kultur und nach einiger Zeit auch die Sprache besser kennengelernt, aber auch sonst tolle Erfahrungen gemacht. Das UWCAD ist eine fast perfekte Schule. Natürlich gibt es Dinge, die einem weniger gefallen, aber das gehört irgendwie zu einem Platz dazu, der zum Zuhause wurde und den man verbessert sehen möchte.

Laurenz Krenn (UWC in Hong Kong, 2006-2008)

Unmittelbar nach meiner Landung in Hong Kong wurde mir klar, dass sich mein Leben gerade dramatisch verändert hatte. Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit als äußere Rahmenbedingung war dabei nur der Anfang einer Reihe von Unterschieden zu meinen bisherigen schulischen Erfahrungen in Österreich und Italien.

Während das Beste, dass ich davor in der Schule kennen gelernt habe, zum größten Teil von den Lehrern gekommen ist, kam es hier von den Schülern selbst. Nicht umsonst habe ich unzählige Male zu hören bekommen, dass die wichtigste Informationsquelle für viele Dinge meine Mitschüler sind. Dieser Unterschied hat wesentlich dazu beigetragen, mich auch nach anstrengenden Nächten relativ vergnügt um 7.30 Uhr aus dem Bett zu bewegen! Nicht um meinen Wirtschaftslehrer über die Entwicklungsprobleme in Botswana reden zu hören, sondern um mit einer Gruppe von Südafrikanern darüber zu diskutieren und danach mit dem Lehrer nicht selten beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine verschiedene Positionen zu erkunden. Da alle Lehrer mit den Schülern zusammen wohnen, entstand ein enger und freundschaftlicher Kontakt, der auch zu nachmittäglichen Einladungen zu Kaffee und Kuchen führte. Diese Erlebnisse haben den zusätzlich mit Schule vollgepackten Alltag (social work mit nepalesischen Kindern, Klettern, Squash, etc.) abwechslungsreich und interessant gemacht. Die relativ große Flexibilität in der Auswahl der Schulfächer hat es mir ermöglicht, eine Kombination von Unterrichtsgegenständen zu belegen, die mich sowohl interessierten als auch forderten. Das hat wiederum wesentlich dazu beigetragen zu entscheiden, was ich in weiterer Folge studieren möchte.

Zu den Highlights meiner Zeit am Li Po Chun UWC gehörten auch die zwei project weeks. Einmal pro Jahr habe ich mich mit einer Gruppe von Freunden aus den verschiedensten Ländern zusammengetan, um gemeinsam einen einwöchigen Trip zu planen. Für uns alle war es das erste Mal, dass wir ohne einen Erwachsenen in ein völlig fremdes Land gezogen sind. Es war spannend, nach Wochen leicht chaotischer Planung in ein Flugzeug zu steigen und eine Reise ins Unbekannte zu beginnen. Trotz aller Hindernisse, die wahrscheinlich jeder low budget trip mit sich bringt, haben wir sowohl in Malaysia als auch auf den Philippinen einen Weg gefunden, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Erfahrungen wie z.B. auf einen echten philippinischen Geburtstag eingeladen zu werden oder stundenlanges freundliches Feilschen mit malaysischen Marktfrauen, haben uns nicht nur neue Eindrücke gebracht, sondern auch die Freundschaften in unserer Gruppe gefestigt und uns gezeigt, wo unsere Stärken liegen und wie wir diese gemeinsam am besten nutzen können.

Durch die zwei Jahre am UWC fühle mich um viele tiefe Freundschaften und vielseitige Erfahrungen reicher und habe begonnen, die Welt tatsächlich mit „anderen Augen“ zu sehen.